flausenimkopf.

ob hochbegabt oder nicht: nahezu alle menschen hatten irgendwann einen traumberuf. wen man auch fragt, fast jeder berichtet, in seiner kindheit oder jugend davon geträumt zu haben, tänzerin, schauspieler, erfinder, wissenschaftlerin, malerin, musiker, schriftstellerin, ärztin, journalistin, forscher, sängerin oder ähnliches zu werden.
und fast jeder tut diese vorstellungen als illusorisch, pubertär, kurz: als jugendliche flausen ab, belächelt sie als unerreichbare ziele.
dennoch liegen darin immer eine gewisse wehmut und traurigkeit, diese ziele nie verfolgt zu haben. man gibt vor, dass die realität und das leben am boden der tatsachen die umsetzung solcher träume nicht erlaube; dass man ohnehin als einer unter tausenden nichts erreicht hätte; dass man sowieso nie gut genug gewesen wäre.
was hieße es, pubertär zu bleiben und die “flausen im kopf” beizubehalten?
es hieße, neugierig und versponnen zu bleiben, unmögliches erreichen zu wollen, sich nicht mit dem normalen, mittelmäßigen zufriedenzugeben; dauernd weiterzulernen, jeden tag alles neu infrage zu stellen, hochsensibel und etwas verrückt zu bleiben, stimmungsschwankungen zu unterliegen; sich gegen konventionen, traditionen und autoritäten aufzulehnen, stürmend und drängend zu bleiben, riskant zu leben, neues auszuprobieren, zu experimentieren.

andrea brackmann
ganz normal minderleistende flachwanker
s. 154+155

glückwunsch zum dreijährigen, heulsuse.

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