jomhakippurim.

an jom kippur vor gott stehen, ist nur in der furcht möglich. sie legt sich - in israel deutlich erfahrbar - wie eine schwere wolke auf das volk. die straßen sind leer. alle arbeit ruht. auch die säkularisiert lebenden juden, die dem glauben gleichgültig gegenüberstehen, haben sich in den synagogen eingefunden. das gilt auch für die diaspora. ein ganzes volk hat sich unter dem thron des ewigen versammelt und bekennt:
wir haben uns verschuldet, waren treulos, haben geraubt, haben böses geredet, haben gefehlt und gefrevelt, waren übermütig, waren gewalttätig, haben lügen erdichtet, haben schlechten rat erteilt, haben gelogen, gespottet, haben uns empört, haben geschmäht, waren widerspenstig, handelten tückisch, waren frevelhaft, handelten feindselig, waren hartnäckig, waren frevler, waren verderbt, verübten greueltaten, gingen irre und haben irregeführt.
wir sind von Deinen geboten gewichen und Deinen guten satzungen, doch es hat uns nicht gefrommt. Du aber bist gerecht in allem, was über uns gekommen, denn Du übst wahrheit, wir aber haben gefrevelt. was sollen wir vor Dir sprechen, der Du in der höhe thronst, und was vor Dir bekennen, der Du im himmel wohnst, fürwahr alle geheimnisse und alles offenkundige kennst Du. Du kennst die geheimnisse der welt und das verborgenste und verhüllteste alles dessen, was lebt.
seit anbeginn überschaust Du alles, keiner kann sich vor Deinen augen verbergen, keiner sich vor Dir verstecken, denn alles überschauen Deine augen! Dir ist offenbar, dass der mensch ein gebilde aus ton ist, eitelkeit der eitelkeiten, ein verwehtes blatt, dürres stroh, eine irdene scherbe, für nichts gerechnet, so ist er asche, schmach, verwesung, in schuld gezeugt, in sünde geboren, und das sinnen seines herzens ist böse von jugend auf.
darum hast Du schon vorher heilung geschaffen und genesung, lässest gesunden das schwache und kranke, hast balsam vorbereitet und verband für die offenen wunden. hast diesen tag eingesetzt zur verzeihung und vergebung, dass man flehend vor Dich hintrete und Du uns reinheit und entsündigung gewährst, die schuld zu versenken in die tiefe der flut, zu vergeben frevel und untreue!

alfred burchartz
israels feste, s. 23+24
siehe auch:
lowpriceless.  • blogaktionsarmut.  • streetworker.  • arrhythmische smallgroup.  • allianzgedanke.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 09. Oktober 2008 um 21:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter art de vivre., aventurisme., bonmots., confiance., hypocondrie. abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eine Antwort zu “jomhakippurim.”

  1. marchism.org» Blogarchiv » blogaktionsarmut. sagt:

    [...] geht es seit tagen schon um armut, geld und schuld. tut mir leid dass ich [...]

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