leseschwäche.
„Das unmäßige und zwecklose Lesen macht zuvörderst fremd und gleichgültig gegen alles, was keine Beziehung auf Literatur und Bücherideen hat; also auch gegen die gewöhnlichen Gegenstände und Auftritte des häuslichen Lebens; also auch gegen das fröhliche Gefühl der Kleinen um uns her [...]
Hierzu gesellt sich nicht selten eine träge Unlust zu jedem anderen hausväterlichen und hausmütterlichen Geschäfte [...]
Hat man endlich gar durch öfters anhaltendes Stillsitzen, und durch einseitige Beschäftigung der Seelenkräfte bei unnatürlicher körperlicher Ruhe, erst vollends seine Säfte verdickt, seine Nerven geschwächt und zur Ungebühr reizbar gemacht: dann fahre wohl, häusliche Glückseligkeit.“
joachim heinrich campe, 1785