neidvoll.
Je länger ich in meinem alten Golf an diesem Sonnenmorgen durch die Gegend fuhr und mir und Gott sagte, auf welche Dinge ich in meinem Leben neidisch wäre, wenn ich nicht ich selbst wäre, merkte ich wie die negativen, frustrierten Gedanken abnahmen und ich mich von Kilometer zu Kilometer mehr über das freuen konnte, was in meinem Leben keineswegs selbstverständlich war.
Nach etwa 150 Kilometern voller Neid auf mich selbst fuhr ich zum Tanken auf einen Rastplatz. Ich blubberte vor Glück, tanzte fast. Ein offensichtlich glücklicher Mensch fällt hierzulande auf und erregt Verdacht. Ich wurde von der Polizei angehalten. Sie haben mein Auto nach Drogen untersucht. Dass ich gerade von einem Seminar zurückkam und 1000 Euro Bargeld in kleinen Scheinen dabei hatte, machte mich nicht unbedingt unverdächtiger.
Die Polizisten krempelten mein halbes Auto um, wühlten sich durch Unterwäsche, eine Kasse voller Wechselgeld und eine Kiste voller Bücher und erklärten mir, dass ich ihnen durch mein Verhalten aufgefallen wäre.