exscribitionismus.

“Oh, mein Blog!” rufen in der polnischen Wochenzeitung Mariusz Czubaj und Miroslaw Filiciak. “In einem Land, in dem 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung nichts liest, werden über zwei Millionen Online-Tagebücher, sogenannte Blogs, geführt.” Warum?

“Ein Blog zeugt von der Existenz einer Person. Kulturforscher vergleichen die Blog-Manie mit der Porträtmanie des späten Mittelalters, als Kaufleute das Bedürfnis nach Individualität und Außergewöhnlichkeit stillen wollten. Dieses Um-jeden-Preis-etwas-sagen-wollen hat schon einen eigenen Namen bekommen: Exscribitionismus.”

Was es in Polen allerdings nicht gebe, seien seriöse, politisch engagierte Blogs. “Nach diesem Maßstab gemessen, stecken wir noch in der Phase des egozentrischen, exhibitionistischen Online-Tagebuchs - das sagt viel über unsere Gesellschaft aus.”

Polityka, 20.05.06
siehe auch:
ichwilldahin.  • lowpriceless.  • individuell, aber schnell & biggedibonduelle.  • zum laufen geboren.  • the president of the united states.  • yatasimayavida.  • gegenkanzler.

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 23. Mai 2006 um 09:32 Uhr veröffentlicht und wurde unter art de vivre., aventurisme., bonmots. abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.


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