was ist mein tiefschnee?
jake burton carpenter, geboren 1954 in new york. studiert wirtschaft in colorado - um näher an den bergen zu sein. mit 23 gründet er ‘vermont burton snowboards’. heute weltmarktführer, ein drittel des marktes, 500 mitarbeiter.
erklärtes ziel des 51jährigen: 100 tage pro saison im schnee.
focus: stimmt es, dass Sie sich als geschäftsziel 100 tage pro saison auf dem brett verordnet haben?
burton: jawohl, und das kann ich jedem manager nur empfehlen. snowboarden gibt kraft und gleicht ungemein aus. in dieser saison läuft es sehr gut für mich, denn heute war der 60. tag am berg.
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focus: gab es einen moment, an dem Sie sich überlegt haben zu verkaufen?
burton: ehrlich gesagt, höre ich mir die unmoralischen angebote von irgendwelchen weltkonzernen gar nicht mehr an. ich lasse keinen der anrufer durchstellen und will auch gar nicht wissen, wie viele milliarden sie bieten, um uns zu schlucken. denn das steht nicht zur debatte.
focus: stimmt es eigentlich, dass Ihre mitarbeiter frei bekommen, wenn 60 zentimeter neuschnee fallen?
burton: natürlich. wer morgens durch frischen pulverschnee kurvt, der arbeitet abends so lange, bis alles erledigt ist.
focus: wie würden Sie unseren lesern, die nie einen ritt durch frischen tiefschnee gewagt haben, einen solchen beschreiben?
burton: als das einmalige gefühl der freiheit. so unvergleichlich wie surfen. früher hieß es immer, schnee ist gefrorenes wasser, und obwohl diese zeile irgendwie kitschig klingt, trifft sie zu.
dieses merkwürdige gefühl beim lesen … dieser mann lebt seinen traum. geiles geschäftsziel - 100 tage pulverschnee. wofür schlägt mein herz, wo ist mein platz, was ist mein tiefschnee?
einmaliges gefühl der freiheit? <seufz>