der weltjugendtag hat gezeigt: hier ist sie, die spirituelle offenheit! lange jahrzehnte wurde sie von vielen nicht mehr für möglich gehalten, und unsere kalten analysen, unsere abgeklärte theologie oder unser kleinglaube hatten die religiöse sehnsucht kleingeredet, nahezu abgeschrieben. jetzt ist sie da. das ist zeitgeist und damit noch lange nicht der pure heilige geist. und ist trotzdem ein geschenk. enttäuscht vom materialismus und vom menschen selbst, schreit die sehnsucht nach gott.
daß die suchenden sich mit den heiligen fragen und ihrer sehnsucht nach erleben, nach spektakel, nach ganzheitlichkeit und ritualen nicht an uns wenden, muß uns in frage stellen. wir müssen realisieren, daß wir die spirituell hungrigen abgespeist haben. sie wurden oft nicht satt in unseren gottesdiensten und events. wir haben ihnen sogar den appetit verdorben. aber die durstige seele schreit! und sucht anderswo.
wir müssen diese stimmung aufgreifen, die suchenden würdigen. gastfreundschaft üben. üben! einladen, beziehungen pflegen. wirklich um menschen werben. feiern, nicht “salzstangen hinstellen”. unsere sprache öffnen, z. b. eine “nacht des meisters” feiern. auf eine wellness-messe gehen und dort eine salbung anbieten. warum das öl den anderen überlassen? wir wären doch bescheuert! wo wir vom gesalbten, vom christus selbst wissen. wir müssen uns helfen lassen von christinnen und christen aus asien, die in deutschland leben und besser als wir wissen, wie man die bedeutung jesu christi menschen mit fernöstlichen gedanken vorstellen kann.
wir müssen die eigenen quellen wiederentdecken. müssen symbole neu zum sprechen bringen. die weiße taube, den regenbogen, die schöpfung. unsere sakralen räume öffnen und nutzen. die tradition würdigen, die lange kette der gläubigen. warum sind meditation und yoga interessant – und beten sollte langweilig sein? ein mandala die neueste offenbarung und eine rosette im kirchenfenster nur buntes glas? wir müssen das erlebnis des glaubens fördern!

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