Monthly Archive for August, 2005

wir wären doch bescheuert.

der weltjugendtag hat gezeigt: hier ist sie, die spirituelle offenheit! lange jahrzehnte wurde sie von vielen nicht mehr für möglich gehalten, und unsere kalten analysen, unsere abgeklärte theologie oder unser kleinglaube hatten die religiöse sehnsucht kleingeredet, nahezu abgeschrieben. jetzt ist sie da. das ist zeitgeist und damit noch lange nicht der pure heilige geist. und ist trotzdem ein geschenk. enttäuscht vom materialismus und vom menschen selbst, schreit die sehnsucht nach gott.

daß die suchenden sich mit den heiligen fragen und ihrer sehnsucht nach erleben, nach spektakel, nach ganzheitlichkeit und ritualen nicht an uns wenden, muß uns in frage stellen. wir müssen realisieren, daß wir die spirituell hungrigen abgespeist haben. sie wurden oft nicht satt in unseren gottesdiensten und events. wir haben ihnen sogar den appetit verdorben. aber die durstige seele schreit! und sucht anderswo.

wir müssen diese stimmung aufgreifen, die suchenden würdigen. gastfreundschaft üben. üben! einladen, beziehungen pflegen. wirklich um menschen werben. feiern, nicht “salzstangen hinstellen”. unsere sprache öffnen, z. b. eine “nacht des meisters” feiern. auf eine wellness-messe gehen und dort eine salbung anbieten. warum das öl den anderen überlassen? wir wären doch bescheuert! wo wir vom gesalbten, vom christus selbst wissen. wir müssen uns helfen lassen von christinnen und christen aus asien, die in deutschland leben und besser als wir wissen, wie man die bedeutung jesu christi menschen mit fernöstlichen gedanken vorstellen kann.

wir müssen die eigenen quellen wiederentdecken. müssen symbole neu zum sprechen bringen. die weiße taube, den regenbogen, die schöpfung. unsere sakralen räume öffnen und nutzen. die tradition würdigen, die lange kette der gläubigen. warum sind meditation und yoga interessant – und beten sollte langweilig sein? ein mandala die neueste offenbarung und eine rosette im kirchenfenster nur buntes glas? wir müssen das erlebnis des glaubens fördern!

christina riecke, spektrum 35/05

grünes licht für neuwahlen.

wie erwartet, hat das bundesverfassungsgericht den weg für neuwahlen frei gemacht.

[hätte mich auch gewundert, weil ich ja schon am dienstag die wahlbenachrichtigung im kasten hatte ... ein hoch auf die bürokratie dieses landes.]

daher empfehle ich die aktion werte-wählen der evangelischen allianz und die pbc. es geht mir in diesem fall um inhalte, nicht um optik …

wenn alle, die ‘verschenkte stimme’ denken, ihre stimme verantwortlich geben würden, wäre sie nicht verschenkt – ich kann nur das wählen, was ich vertrete.

also – wählen gehen!

teil des ganzen.

gott ist nicht überrascht
von der not der welt.
stell nicht doofe fragen -
werde teil der antwort.

currently playing: p. w. – exodus I.04

noch irgendwer evangelisch?

oder sind wir inzwischen alle papst? oder ist das alles gar nicht so wichtig, wegen der lieben einheit und so?

“Wie es [...] weiter heißt, gewährt der Papst den Sonderablass auf Bitten zahlreicher Seelsorger. Stafford ist im Vatikan als “Großpönitentiar” für besondere Fälle von Sündenvergebung und für Ablässe in der katholischen Kirche zuständig.”

besondere fälle von großgruppensündenvergebung? obwohl, so günstig gibts das wahrscheinlich selten: ablass für die WJT-gebühr [inklusive rucksack] bei teilnahme am abschlussgottesdienst und einiger anderer kleinigkeiten – für mich die großpackung dann bitte.

wo finde ich eigentlich die ‘offizielle’ verlautbarung? es wird nicht klar, ob das jetzt ablass auf alle sünden [auch die zukünftigen] oder nur die bis zur abschlußveranstaltung war? beim vatikan find ich nix. [dafür noch jede menge von john-paul II. - könnte demnächst mal aktualisiert werden ...]

plugimi - popespotting 3

“Der Ablass ist der Nachlass für zeitliche Sündenstrafen, die nach der Vergebung der Sünden im irdischen Leben oder nach dem Tod gesühnt werden müssen. Den Ablass kann man für sich gewinnen oder fürbittend den Verstorbenen zukommen lassen.”

kath.net, 2005 a. d.

tiefstes mittelalter, aber mich fragt ja keiner. schönen gruß an 800.000 abgelassene nach der abschlußveranstaltung – genießt den augenblick …

currently playing: die ärzte – papapa-popstar

dreiunddreissig.

kuchen.jpg (92 kb)

Das Wichtigste in unserem Leben ist das Morgen. Um Mitternacht kommt der junge Tag, rein und unbefleckt, und begibt sich in unsere Hände, hoffend, daß wir vom Gestern gelernt haben.

Leben, das heißt: Immer einmal mehr aufstehen als hinfallen.

John Wayne (1907-79), Schauspieler

spitzen aussicht.

das nasa-teleskop spitzer zeigt unsere milchstraße mit einem mächtigen balken-zentrum. der pfeil zeigt unsere sonne, gleich daneben wohnen wir.

blick’ ich empor zu jenen lichten welten
und seh’ der sterne unzählbare schar,
wie sonn’ und mond im lichten äther zelten,
gleich gold’nen schiffen hehr und wunderbar,
dann jauchzt mein herz Dir, großer herrscher zu:
wie groß bist Du! wie groß bist Du!
dann jauchzt mein herz Dir, großer herrscher zu:
wie groß bist Du! wie groß bist Du!
[sind mir doch die gleichen lieder eingefallen, wie david]

glaubst Du noch, oder denkst Du schon?

Q: Wie beantworten Sie die große Frage nach Leben und Tod?

A: Die Erde und die Menschen sind zeitlich begrenzte Phänomene in einem sinnleeren Universum, das irgendwann den Kältetod sterben wird. Wenn ich weiß, dass es keinen Sinn an sich gibt, bin ich dazu ermächtigt, den Sinn aus mir selbst zu schöpfen. Wenn ich weiß, dass ich endlich bin, werde ich dieses einzige Leben, das ich habe, auch wirklich leben und genießen. Ein unendliches Leben wäre unerträglich.

Michael Schmidt-Salomon, Philosoph
focus 33/2005
dem philosoph ist nix zu doof …

young at heart.

reborn.jpg (232 kb)

like many of you, i grew up as a stryper fan. remember the first time you heard stryper? remember how it affected you? remember the first time you popped in a stryper tape or played a stryper vinyl for friends? remember telling everyone you could possibly tell about this amazing new band?

20six.de/march ist tot.

es lebe marchism.org.

bitte links [http://www.marchism.org/] und RSS-reader [beiträge und/oder kommentare] entsprechend anbequemen.

danke!

currently playing: the beatles – come together

Du hörst mir nicht zu.

wenn männer ihren frauen nicht zuhören, so ist dies nach einer neuen britischen studie kein zeichen von bösem willen: vielmehr hat ihr gehirn schwierigkeiten beim verstehen weiblicher stimmen.

die britische “daily mail” zitierte aus einer studie der universität sheffield, bei der die hirnaktivitäten von zwölf männern gemessen wurden, denen aufnahmen von männlichen und weiblichen stimmen vorgespielt wurden. sie stellten fest, dass die stimmen jeweils unterschiedliche regionen des gehirns aktivierten. die höheren und musikalischeren frauenstimmen sendeten eine größere bandbreite akustischer wellen aus und seien damit für das gehirn schwerer zu entziffern. dies erfordere eine stärkere hirnaktivität und führe damit nach einer gewissen zeit zur ermüdung, schlossen die wissenschaftler.

nach ihrer ansicht könnte dies auch erklären, warum halluzinierende menschen meist meinen, männliche stimmen zu hören: diese sind für das gehirn leichter zu erfinden.

bei gmx gefunden.

sommer-zwei-topf.

“man liest das immer so auf aufklebern … jesus lebt.”
der andere von ‘zwei-auf-dem-weg’

rüdiger von schlotterstein.

da im freundeskreis derzeit begriffe wie ‘familienaufstellung’, ‘therapie’, ‘basisgefühle’ und ‘an emotionen ran kommen’ hoch gehandelt sowie kontrovers diskutiert werden, ich aber dem ganzen eher kritisch gegenüberstehe, komme ich nicht umhin, den folgenden satz sehr interessant zu finden:

Eine bleibende Kulturleistung der 68er besteht darin, dass sie die deutsche Gesellschaft in ein Kollektiv von Halbkranken umgeschaffen haben. Damals wurde die Therapiegesellschaft auf den Weg gebracht, in der jeder seine verunglückte Libido erforschen und dem Echo seiner verbrecherischen Familiengeschichte nachhorchen konnte.”

peter sloterdijk, im focus-interview

gelinktes deutschland.

Die SED wurde am 21.4.1946 auf dem so genannten Vereinigungsparteitag aus KPD und SPD gegründet. Die SPD ging darin unter, viele aufrechte Sozialdemokraten wurden später verfolgt und ins Gefängnis geschickt. Am 16.12.1989 beschloss der Parteitag der SED einen Namenszusatz und nannte sich von da an SED/PDS.

Gut sieben Wochen später – am 4.2.1990 – organisierte die Partei wieder einen Parteitag und beschloss, „SED“ wegzulassen und sich künftig nur noch PDS zu nennen. Ansonsten blieb alles beim Alten: Organisation, Struktur, Geld, Mitglieder.

Vor knapp zwei Wochen, am 17.7.2005, beschloss der Parteitag eine erneute Umbenennung. Jetzt heißt der 1946 unter der Kontrolle der sowjetischen Besatzungsbehörden gegründete Verein „Die Linkspartei“. Deswegen ist „Die Linkspartei“ aber keine neue Partei und auch nicht – wie oft zu lesen ist – die Nachfolgepartei der SED.

Eine Nachfolgepartei wäre eine neue Partei, so wie Gerhard Schröder der Nachfolger von Helmut Kohl ist oder Aventis die Nachfolgefirma von Hoechst. „Die Linkspartei“ ist die frühere, inzwischen dreimal umbenannte SED. Das muss man sagen dürfen, und das muss man auch sagen.

helmut markwort im tagebuch 2005 / 31