priesterliches königreich oder königliches priestertum?
Ein Priester muß immer eine Antwort auf alles haben
Im Erzbistum Paderborn wird eine Werbekampagne für den Priesterberuf vorbereitet. Ein Plakatentwurf zeigt einen jungen Pastor mit Dreitagebart und dem Spruch: “Priester haben auch nicht auf alles eine Antwort.”
Unwillkürlich fragt man sich: Wissen Priester also auch nicht die Antwort auf die Herausforderungen des modernen Bartwuchses? Oder ist das ein Drei-Tage-Zölibart? Diesen Entwurf sollte man sofort zur Hölle schicken, denn ein Priester muß immer eine Antwort auf alles haben. Dafür studiert er schließlich Theologie und kann Altgriechisch und Hebräisch. Ein Priester ist so etwas wie ein idealer Telefonjoker bei Günther Jauch.
Die Kirche muß nicht die Ahnungslosigkeit, sondern die positiven Seiten des Priesterberufs herausstellen. Zum Beispiel die unfaßbar niedrige Scheidungsrate. Außerdem darf ein Priester mindestens einmal die Woche vor Publikum auftreten und dabei Wein trinken, er hat die Lizenz zum Eheschließen und Taufen, er darf Krippenspiele und Springprozessionen veranstalten, und die Aufstiegschancen sind atemberaubend. Man kann es bis zum Stellvertreter Gottes bringen. Wem das zuwenig ist, der kann nur noch deutscher Außenminister werden.
