“Die Rechnungsprüfer der Stadt Hagen dürften ihren Augen nicht getraut haben, als sie im Dezember 2003 in zwei Schubladen des Standesamtes 127.439,19 Euro fanden.
Ein Standesbeamter hatte die Traugebühren sieben Jahre dort gehortet und nicht an die Stadtkasse überwiesen. Für eine persönliche Bereicherung gebe es keine Hinweise, so die Stadt. Schaden hat der städtische Haushalt dennoch genommen: Die Stadt geht von einem Zinsverlust von rund 17.000 Euro aus.
Den Vorwurf, mitschuldig zu sein, müssen sich auch Amtsleiter und Stadtverwaltung gefallen lassen. Denn die Amtsleiter sind zu laufenden Kontrollen und einer unvermuteten Kassenprüfung mindestens einmal im Jahr verpflichtet.
Diese Kontrollen seien unterblieben. Bei einer geordneten Kassenführung hätte aber auch der Kämmerei auffallen müssen, dass das Geld fehlt.
Erst als die “Schubladenaffäre” die Stadt erschütterte, wurde man aktiv: Die Amtsleiter wurden nochmals auf die Verpflichtung zur jährlichen Prüfung der Kassen hingewiesen und müssen ihre Berichte darüber der Stadtkämmerei und dem Rechnungsprüfungsamt vorlegen.
Gegen den Standesbeamten, der aus Überlastung das Geld in der Schublade habe liegen lassen, wurden zivil- und strafrechtliche Schritte eingeleitet.”
weitere gar lustig anmutende spässe findet der und die geneigte steuerzahlerIn im schwarzbuch.
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